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Plastische Chirurgie im Elisabeth Carrée Gütersloh

Stadtring Kattenstroth 128

33332 Gütersloh

 

Beim Loge-de-Gyon-Syndrom ist ähnlich wie beim Karpaltunnelsyndrom die Ursache eine Enge in einer Nervenloge. Gelegentlich ist eine Sehnenscheidenentzündung oder ein Ganglion (Überbein) zu finden. Wie beim Karpaltunnelsyndrom können aber auch in wenigen Fällen schlecht verheilte Brüche oder verschleißbedingte Veränderungen (Arthrose) anzutreffen sein.

Nicht untypisch ist Loge de Guyon Syndrom beim Radsport. Durch den Fahrradlenker, der beim Fahren regelrecht gegen den Kleinfingerballen hämmert, kommt es zur Kompression in der Guyon'schen Loge und dann zum Druckschaden des Ellennervens (Nervus ulanris).

 

Anatomie:

 

Der Ellennerv (Nervus ulnaris) verläuft im Bereich des Handgelenkes die sogenannte "Loge de Gyon". Sie ist ellenseitig des Karpaltunnels (körpernah des Kleinfingerballens) zu finden und wird von verschiedenen Bändern abgegrenzt. Im Bereich der Loge de Guyon teilt sich der Ellennerv in einen oberflächlichen und einen tiefen Nervenast auf. Der Oberflächliche Ast ist für das Gefühlsempfinden des Kleinfingers und der ellenseitigen Hälfte des Ringfingers zuständig. Der tiefe Ast hingegen ist ein motorischer Ast der die kleinen Handmuskeln versorgt.

 

Beschwerden beim Loge-de-Gyon Syndrom:

 

Häufiger steht beim Loge-de-Gyon-Syndrom die Kraftminderung der vom Ellennerv (Nervus ulnaris) versorgten kleinen Handmuskulatur im Vordergrund. Die führt dann zu Problemen die Finger zu spreizen und wieder zusammen zu führen.Des weiteren kann die Sensibilität  am Kleinfinger und am Ringfinger (nur Kleinfingerseitig) vermindert sein. Die Patineten beklagen dann oft eine Taubkeit oder Kribblen der betroffenen Finger.

Mit Fortschreiten des Loge-de-Gyon-Syndroms kann es zu einer Atrophie (Verschmächtigung) der kleinen Handmuskulatur kommen (Muldenbildung zwischen den Mittelhandknochen) sowie bei einem Teil der Daumenballenmuskulatur. Dies ist insbesondere beim Vergleich mit der Gegenseite auffällig.

 

Das Loge de Guyon Syndrom ist vom Sulcus-ulnaris-Syndrom abzugrenzen. Bei Letzterem handelt es sich um eine Einengung des Ellennerven in Höhe der Ellenbeuge. Die Streckseite des kleinfingerseitigen Handrückens wird von einem Nervenast versorgt, der sich körpernah der Loge de Guyon abzweigt. Wenn also Gefühlsstörungen in diesem Bereich vorhanden sind, kann es sich nicht nur um ein Loge de Guyon Syndrom handeln!

 
Diagnostik:
 
Die Messung der "Nervenströme" (= ENG / EMG) beim Neurologen (= Nervenarzt) soll den Verdacht für ein Loge de Guyon Syndrom erhärten. Auch soll die Komprimierung des Ellennerven am Ellenbogen im Rahmen eines Sulcus ulnaris Syndroms ausgeschlossen werden. Diese Messung ist vor einer Operation unabdingbar und sollte relativ aktuell sein.
 

 

Operation beim Loge-de-Gyon-Syndrom:

 

Ähnlich wie bei der Dekompression des Mittelnerven beim Karpaltunnelsyndrom wird ein ca. 4-5 cm langer geschwungener Hautschnitt angelegt, jedoch am kleinfingerseitigen Handgelenk.

Dann wird der Nervus ulnaris bis zu seiner Aufgabelung zum oberflächlichen und tiefen Nervenast verfolgt. Das Dach (Bandstruktur) der Guyon'schen Loge wird nun gespalten und der Nervus ulnaris von eventuell einengenden Strukturen (Sehnenscheidenentzündung, Ganglion (Überbein)…) befreit.

Die Operation kann ambulant erfolgen, wenn keine Gründe (Nebenerkrankungen) dagegen sprechen. 

 

Bis eine Besserung der Beschwerden zu verzeichnen ist, können einige Wochen vergehen. Bei stark fortgeschrittenen Befunden, ist der Nervus ulnaris oft derart beschädigt, dass eine adäquate Erholung der Gefühlsminderung und der Schwäche der kleinen Handmuskulatur nicht zu erwarten ist. Daher sollte die Indikation zur Operation nicht zu spät gestellt werden.

Die Fäden werden nach 10-12 Tagen gezogen. Eine neurologisch- elektrophysiologische Kontrolluntersuchung beim Neurologen empfehlen wir nach ca. 4-6 Monaten.  

 

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